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Ersatzteile aus dem 3D-Drucker – Porsche geht neue Wege

Für viele Oldtimer-Fahrer kann das schnell zu einem ernsthaften Problem werden: Fehlende Ersatzteile. Dieses Problem will Porsche Classic, der Klassikbereich des Stuttgarter Autoherstellers, mit 3D Druck angehen. So können Ersatzteile, welche nur in geringen Stückzahlen produziert wurden, ersetzt werden.

3D Druck von Porsche als kostengünstigere Alternative

Für Fahrzeuge, deren Ersatzteile nur selten bestellt werden hat Porsche nicht immer passende Komponenten auf Lager. Da die Produktion neuer Teile meist unwirtschaftlich wäre, wird nun das 3D Druck-Verfahren getestet. Hierfür wird das additive Herstellungsverfahren gewählt, bei dem pulverförmiger Werkzeugstahl in einer sehr dünnen Schicht auf einer Platte ausgetragen wird und anschließend von einem Lichtstrahl an gewünschter Stelle geschmolzen wird. Dadurch entsteht das dreidimensionale Bauteil, welches laut Hersteller sowohl vom Nutzen, als auch von der Optik her die Voraussetzungen für höchste Originaltreue einhält.

3d-Druck eines Winkels für den Wärmetauscher an der Abgasanlage. Porsche 356b 356c
3D-Druck eines Winkels für den Wärmetauscher an der Abgasanlage.

Ein bereits hergestelltes Teil ist der Ausrückhebel für die Kupplung des Porsche 959. Dieses hat Porsche so als Ersatzteil nicht mehr lagernd, da es von diesem Supersportwagen selber nur 292 Exemplare gab. Die Qualität konnte das Ersatzteil aus dem Drucker bereits unter Beweis stellen: Sowohl einen theoretischen Test, bei dem es drei Tonnen Druck überstand und einer tomographischen Untersuchung unterlag, als auch einen praktischen Fahrtest waren für den Ausrückhebel kein Problem. Weitere bereits entstandene Teile sind ein Antriebshebel für den Porsche 964 und ein Spiegelfuß für den Innenspiegel des 911 Speedster.

In Zukunft mehr Porsche Ersatzteile aus dem 3D Drucker?

Aufgrund der äußerst positiven Erfahrung mit den bisher hergestellten Teilen befinden sich zurzeit weitere Teile in Produktion. Dabei wird sowohl das Laserschmelzen weiter verwendet für Metallteile, zusätzlich allerdings noch das selektive Lasersintern (SLS) für Kunststoff. Bei letzterem wird der Kunststoff bis kurz vor den Schmelzpunkt erhitzt, um dann von einem Laser, welcher die Restenergie liefert um das Plastik zu schmelzen, an der gewünschten Stelle geschnitten zu werden. Diese Teile sollen mindestens die ursprüngliche Qualität bieten und beständig gegen verschiedene Öle und Säuren sein.

Porsche prüft bereits bei über 20 weiteren Ersatzteilen die Eignung für den 3D-Druck. Diese sind wegen dem Entfall von Werkzeug und Lagerkosten günstig auf Abruf bestellbar.

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